Dies ist auch heute noch selbst bei uns in Deutschland leider immer noch Realität. Jedes Jahr erblinden etliche Menschen am Glaukom, weil die Erkrankung nicht oder nicht rechtzeitig erkannt worden ist bzw. die Therapie nicht ausreichend angepasst wurde. Ein Glaukom ist in den meisten Fällen eine beidseitige Erkrankung.
Wichtig!: Inzwischen hat man aus wissenschaftlichen Untersuchungen erkannt, dass bei bis zu einem Drittel aller Glaukompatienten der Augeninnendruck überhaupt nicht oder nur manchmal erhöht ist. Während man früher glaubte, mit Druckmessung allein das Risiko ausreichend einschätzen zu können, weiß man heute, dass wesentlich differenziertere diagnostische Methoden zur Früherkennung eines Glaukoms erforderlich sind.
Die Gleichung Glaukom = hoher Augeninnendruck stimmt also nicht mehr! Zumindest nur noch in eine Richtung: hoher Augeninnendruck führt fast immer zum Glaukom, aber es ist eben nicht so, dass für die Entwicklung eines Glaukoms ein hoher Augeninnendruck erforderlich ist. Der Beginn der Glaukomerkrankung liegt häufig im fünften Lebensjahrzehnt. Es sind oft nur geringfügige Steigerungen des Augeninnendrucks, die ganz langsam die Nervenzellen im Auge schädigen und absterben lassen.